Mo und die Arier

Wie fühlt sich Fremdenhass auf der eigenen Haut an?


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Die afrodeutsche TV-Moderatorin Mo Asumang wagt ein spektakuläres und einzigartiges journalistisches Experiment. Mutig und entschlossen sucht sie die offene Konfrontation mit echten Hasspredigern – unter 3000 Neonazis auf dem Alex, bei einem rechten Star-Anwalt, unter braunen Esoterikern, auf einer Neonazi-Dating-Plattform, ja sogar bei Anhängern des Ku-Klux-Klan in den USA. Sie begegnet Menschen, die sie hassen – und entlarvt sie dadurch.

Ihre Erlebnisse hat sie in ihrem Buch und ihren Film "Mo und die Arier" veröffentlicht, aus dem sie am 09.10.2018 für Gefangene in der JVA Schwerte vorlas, vorab wurde der Film in der Anstaltskirche gezeigt. Die Lesung in der JVA stand im Verbund mit anderen Lesungen der Autorin im Kreis Unna anlässlich der Verleihung des Alfred-Müller-Felsenburg-Preis für aufrechte Literatur am 07.10.2018 um 11.00 Uhr im Westfälischen Literaturbüro Unna, Nicolaistr. 3, 59423 Unna.
In Schwerte begann ihre Lesereihe dann am 07.10.2018 um 16.30 Uhr in der Aula des Friedrich-Bährens-Gymnasiums. Organisiert wurde die Lesung u.a. durch das Schwerter Bündnis gegen Rechts und die Justizvollzugsanstalt Schwerte.

Lesung und Film in der JVA Schwerte
„Diese Lesung ist ein wahres Pfund für uns“, sagt Ursula Meise, Sprecherin im Schwerter Bündnis gegen Rechts. „Der Rechtsruck in Deutschland macht uns zu schaffen“, sagt sie. Dirk Harms, Pfarrer in der JVA Schwerte, bestätigt das. „Wir merken, dass da etwas in die falsche Richtung wächst, wir wollen gegensteuern“, begründet er seine Teilnahme an der Lesungsrunde Asumangs durch den Kreis Unna.
»Manche würden, was ich erfahren habe, Rassismus nennen, manche sagen Fremdenfeindlichkeit, und das wird es immer geben, viele erkennen es wieder als eine Form des Mobbing. Doch egal, wie man dazu sagt, es wird verübt von Menschen, die einen aus den unterschiedlichsten Beweggründen heraus klein machen, die einem das Selbstbewusstsein rauben wollen oder sogar das Leben. Aber es gibt Gegenmittel. Die Beobachtungen, die der Leser in meinem Buch machen kann, sollen zeigen, wie man langsam lernt, die Kampfstrategien der Rassisten umzudrehen, ohne jedoch selbst diesem Hass zu verfallen.«

Ein bestürzender Blick in die rechte Szene und ein Mut machendes und mitreißendes Beispiel, die eigene Angst zu überwinden und sich zur Wehr zu setzen.